7 GmbH Konten im Vergleich: Meine Erfahrungen mit Qonto, Fyrst, Finom & Co.
Ein GmbH-Konto ist nicht einfach nur ein Konto mit einer anderen Rechtsform im Antrag. Je nachdem, ob ich eine operative GmbH oder eine Holding GmbH führe, sind die Anforderungen komplett unterschiedlich. In der operativen Gesellschaft brauche ich gute Prozesse, Karten für das Team, saubere Buchhaltungsanbindungen und ein Dashboard, das mir schnell sagt, was auf dem Konto passiert. In der Holding geht es oft eher um wenige Transaktionen, das Parken von Gewinnen und Sicherheit.
Ich habe mehrere Firmenkonten selbst genutzt und parallel im Einsatz. Deshalb geht es hier nicht um eine theoretische Bestenliste, sondern um meine praktischen Erfahrungen mit Qonto, Fyrst und Finom sowie einen Blick auf ING, Vivid Business, Holvi und das Lexware Geschäftskonto.
Wichtigste Punkte
- Für meine operative GmbH ist Qonto wegen Dashboard, Karten und Lexware-Office-Anbindung die beste Wahl.
- Für eine Holding mit wenigen Buchungen nutze ich Fyrst, vor allem wegen der günstigen Kostenstruktur.
- Bei Finom können hohe Überweisungsvolumen durch prozentuale Gebühren unerwartet teuer werden.
- Vivid, ING, Holvi und Lexware können je nach Struktur interessant sein, erfordern aber eine genaue Prüfung der Details.
1. Die 3 Kriterien, nach denen ich ein GmbH-Konto auswähle
Bevor ich einzelne Anbieter vergleiche, schaue ich auf drei Punkte. Die Monatsgebühr allein ist nämlich ein ziemlich schlechter Ratgeber. Günstige Basistarife liegen oft zwischen 5 und 10 Euro im Monat, umfangreichere Tarife schnell bei 20 bis 30 Euro. Der Unterschied entsteht meist erst im Detail.
- Kosten und Gebührenstruktur: Wie viele Transaktionen sind inklusive? Was kostet eine weitere Überweisung? Fallen Gebühren bei größeren Überweisungsvolumen, Kartenzahlungen oder Fremdwährungen an?
- Dashboard und Bedienung: Ich möchte Transaktionen schnell finden, Auszüge herunterladen, CSV-Exporte erstellen und Sammelüberweisungen sauber abwickeln können. Ein brauchbarer Liquiditätsüberblick ist für mich ebenfalls ein echter Vorteil.
- Anbindungen: Für meine Gesellschaften ist vor allem die Verbindung zu Lexware Office entscheidend. Wer DATEV oder andere Buchhaltungstools nutzt, sollte genau diese Schnittstellen vor der Kontoeröffnung prüfen.
Bei einer Holding kann ein schlankes, günstiges Konto völlig reichen. Eine operative GmbH mit vielen Rechnungen, Lastschriften, Software-Abos und Teamkarten braucht dagegen ein deutlich stärkeres Setup. Für die Buchhaltungsseite gibt es in meinem Online-Marketing-Archiv weitere praktische Themen rund um Tools und Prozesse.
2. Qonto: Meine erste Wahl für die operative GmbH
Qonto nutze ich für meine operative Gesellschaft. Ich bin damals über Penta dort gelandet, nachdem Penta übernommen wurde. Der Wechsel war für mich naheliegend, weil mir sowohl die Anbindung als auch die Oberfläche schon vorher wichtig waren.
Qonto ist im Vergleich nicht der günstigste Anbieter. Der für mich relevante Tarif liegt bei über 20 Euro monatlich, beinhaltet dafür aber auch die Lexware-Office-Anbindung, zwei Karten und 100 Transaktionen. Danach kostet jede weitere Transaktion 20 Cent. Für eine aktive Gesellschaft ist das kalkulierbar, solange die Transaktionsmenge bekannt ist.

Der größte Pluspunkt ist für mich das Dashboard. Ausgaben, Einnahmen und anstehende wiederkehrende Kosten sind übersichtlich dargestellt. Qonto prognostiziert zudem, wann regelmäßige Belastungen anfallen. Das ersetzt keine Buchhaltung, hilft mir aber dabei, die Liquidität im Alltag schneller einzuordnen.
Sehr praktisch sind auch virtuelle Karten. Ich kann für Mitarbeitende oder einzelne Tools eigene Karten anlegen und Limits festlegen. Das ist gerade für Software-Abos oder Werbeausgaben angenehm, weil ich die Ausgaben nicht über eine private Kreditkarte oder umständliche Freigabeprozesse abwickeln muss.
Mein Kritikpunkt sind die Fremdwährungsgebühren. Bei Kartenzahlungen mit der Basiskarte fallen 2 Prozent an. Wer viele Dollar-Abos für KI-Tools, Software oder internationale Werbung bezahlt, merkt das. Gerade weil andere Anbieter mit Cashback werben, wäre mir hier eine günstigere Regelung lieber.
| Qonto | Meine Einschätzung |
|---|---|
| Geeignet für | Operative GmbHs mit vielen laufenden Prozessen |
| Stärken | Starkes Dashboard, virtuelle Karten, Nutzerverwaltung, sauberer Support |
| Kostenpunkt | Für mich relevanter Tarif über 20 Euro, 100 Transaktionen inklusive, danach 20 Cent |
| Schwäche | 2 Prozent Fremdwährungsgebühr mit der Basiskarte |
| Mein Fazit | Meine klare Empfehlung für eine operative GmbH |
3. Fyrst: Günstig und sinnvoll für eine Holding GmbH
Fyrst ist die moderne Geschäftskundenmarke im Umfeld von Deutscher Bank und Postbank. Ich nutze das Konto unter anderem für eine Holding. Die technische Oberfläche fühlt sich im Vergleich zu den Fintech-Angeboten etwas älter an. Die Anmeldung über die Postbank-ID und die Navigation sind nicht so intuitiv wie bei Qonto.
Der Funktionsumfang ist ebenfalls kleiner. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit der Lexware-Office-Anbindung und der Support war nicht besonders schnell. Mittlerweile läuft die Schnittstelle bei mir aber zuverlässig.

Warum nutze ich Fyrst trotzdem? Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Holding für mich passt. Der Basistarif für GmbHs lag bei 6 Euro monatlich. Dort brauche ich keine komplexen Rechteverwaltung, keine Kartenflotte und kein schickes Liquiditätsdashboard. Ein paar Transaktionen pro Jahr sauber abzuwickeln reicht.
Spannend finde ich außerdem das Firmen-Tagesgeld. Für frisches Geld gab es zeitweise Aktionszinsen von etwa 2 bis 3 Prozent für einige Monate. Noch wichtiger ist für mich die Einlagensicherung: Neben der gesetzlichen Absicherung von 100.000 Euro besteht laut Angebot ein zusätzlicher Schutz über den Einlagensicherungsfonds. Für größere Beträge sollte die jeweils aktuelle Absicherung immer direkt beim Anbieter oder beim Einlagensicherungsfonds geprüft werden.
| Fyrst | Meine Einschätzung |
|---|---|
| Geeignet für | Holdings und GmbHs mit wenigen Transaktionen |
| Stärken | Günstiger Tarif, Tagesgeldoption, Einlagensicherung als relevanter Faktor |
| Kostenpunkt | Basistarif für GmbHs bei 6 Euro monatlich |
| Schwäche | Technisch weniger modern, eingeschränkter Funktionsumfang |
| Mein Fazit | Für meine Holding ein guter, unaufgeregter Kandidat |
4. Finom: Solides Dashboard, aber problematische Gebühren
Finom hatte mich ursprünglich mit einem kostenlosen GmbH-Tarif gelockt. Voraussetzung war damals, die Karte mindestens einmal pro Monat zu verwenden. Dieser Tarif wurde später eingestellt. Mittlerweile liegen die Kosten aus meiner Sicht eher bei 7 bis 9 Euro monatlich, und damit wird das Gesamtpaket für mich weniger attraktiv.
Das Dashboard ist solide, andere Banken lassen sich anbinden und die Lexware-Office-Schnittstelle funktioniert bei mir zuverlässig. Das sind alles vernünftige Grundlagen. Das Problem liegt für mich eindeutig bei den Gebühren für größere Überweisungen.

Im kleinsten Tarif gab es ein Überweisungslimit von 25.000 Euro. Wird dieses überschritten, können prozentuale Gebühren selbst für gewöhnliche Inlandsüberweisungen anfallen. Das ist mir beim Verschieben von Geld auf ein Tagesgeldkonto passiert. Eine einzelne Überweisung hat mich dadurch schnell über 100 Euro gekostet.
Für eine GmbH mit größeren Steuerzahlungen, Gewinnabführungen oder regelmäßigen Liquiditätsverschiebungen ist das für mich ein echter Ausschlussgrund. Ich mag keine Gebührenstruktur, bei der eine vermeintlich günstige Monatsgebühr durch einzelne Vorgänge plötzlich teuer wird.
| Finom | Meine Einschätzung |
|---|---|
| Geeignet für | Nur bei genau kontrollierbarem, niedrigem Überweisungsvolumen |
| Stärken | Solides Dashboard, zuverlässige Lexware-Office-Anbindung |
| Kostenpunkt | Monatsgebühr aus meiner Erfahrung etwa 7 bis 9 Euro |
| Schwäche | Prozentuale Gebühren bei höheren Überweisungsvolumen |
| Mein Fazit | Ich würde persönlich nicht wieder zu Finom gehen |
5. ING: Interessantes adaptives Modell für schlanke Holdings
Die ING ist im Geschäftskundenbereich noch relativ neu. Ich hatte dort selbst einmal ein GmbH-Tagesgeldkonto während einer Zinsaktion. Später wurde mein Konto gekündigt, ohne dass mir auf Nachfrage ein konkreter Grund genannt wurde. Deshalb kann ich die ING nicht aus eigener laufender Nutzung empfehlen, das Tarifmodell finde ich aber interessant.
Für kleine GmbHs und Holdings kann das adaptive Pricing sinnvoll sein. Es gibt einen kostenlosen Tarif, in dem jede Transaktion 30 Cent kostet. Bei mehr als 50 Transaktionen wird automatisch ein Tarif für 4,90 Euro monatlich genutzt. Sinkt die Zahl der Buchungen im nächsten Monat wieder, geht es zurück in das kostenlose Modell.

Für eine Holding mit wenigen Zahlungsvorgängen kann das gut passen. Wie modern die aktuelle Oberfläche ist und wie gut die Anbindung an Lexware Office funktioniert, kann ich allerdings nicht aus eigener Erfahrung beurteilen. Genau diese Punkte würde ich vor einem Wechsel prüfen.
6. Vivid, Holvi und Lexware: Drei weitere Kandidaten mit Fragezeichen
Diese drei Anbieter habe ich nicht selbst im Alltag getestet. Trotzdem gibt es Punkte, die ich bei der Auswahl wichtig finde.
Vivid Business: spannend für Anlagen, aber ohne klassische Einlagensicherung
Vivid Business ist sehr offensiv gestartet: kostenlose GmbH-Tarife, Boni, Aktionszinsen und Cashback gehören zum Angebot. Zusätzlich geht Vivid das Thema Firmendepot an. ETFs und Aktien auf Gesellschaftsebene können gerade für eine Holding interessant sein, die Gewinne längerfristig anlegen will.

Mein Vorbehalt: Vivid arbeitet nicht als klassische deutsche Bank mit klassischer Einlagensicherung, sondern mit einer E-Geld-Lizenz. Für kleinere Beträge und zum Ausprobieren kann das Angebot interessant sein. Größere Liquidität würde ich dort persönlich nicht allein wegen hoher Aktionszinsen parken. Wer Vivid testen möchte, findet über diesen Vivid-Business-Link die aktuellen Aktionen des Anbieters.
Holvi: Bei Holdingstruktur unbedingt die Gesellschafter prüfen
Holvi ist schon lange im Geschäftskundenmarkt unterwegs. Für meine Struktur war Holvi damals aber keine Option, weil juristische Personen als Gesellschafter nicht akzeptiert wurden. Eine operative GmbH unter einer Holding konnte dadurch kein Konto eröffnen.
Ob sich das inzwischen geändert hat, sollte vor dem Antrag direkt geprüft werden. Bei einer Holdingstruktur ist die Frage, welche Gesellschafter zulässig sind, wichtiger als jedes schöne Dashboard.
Lexware Geschäftskonto: Gute Verzahnung, aber IBAN-Risiko im Blick behalten
Das Lexware Geschäftskonto klingt auf dem Papier naheliegend, wenn Lexware Office ohnehin für die Buchhaltung eingesetzt wird. Für Bestandskunden lag das Angebot bei unter 10 Euro monatlich, und die native Verzahnung kann gerade bei vielen Transaktionen sehr angenehm sein.
Ich bin mit meiner operativen GmbH trotzdem nicht gewechselt. Das Konto startet über Solaris als Bankprovider. Solche Konstellationen können bei erfolgreichem Wachstum oder einem späteren Partnerwechsel zu einer IBAN-Änderung führen. Für eine operative Gesellschaft mit vielen Kunden, Lastschriften und Lieferanten ist das einfach nervig: Mandate, Rechnungsdaten und Zahlungsinformationen müssen dann überall angepasst werden.
Hinzu kommt ein möglicher Support-Nachteil: Beim Frontend-Anbieter liegt der Kundenkontakt, beim Bankprovider oft die eigentliche Entscheidung über Kontoannahme oder Sperren. Wenn es Probleme gibt, kann man sich schnell zwischen beiden Parteien wiederfinden. Die Buchhaltungsintegration ist trotzdem ein echter Vorteil. Wer Lexware Office generell nutzt, findet auch in meinem Beitrag zur technischen Tool-Integration mit Tag Manager einen Einblick, wie wichtig saubere Systemanbindungen für verlässliche Prozesse sind.
7. Mein Fazit: Das beste GmbH-Konto hängt an der Gesellschaft
Eine pauschale Antwort auf die Frage nach dem besten GmbH-Konto gibt es für mich nicht. Ich würde operative GmbH und Holding bewusst unterschiedlich behandeln.
| Gesellschaftstyp | Meine bevorzugte Lösung | Warum |
|---|---|---|
| Operative GmbH | Qonto | Starkes Dashboard, Teamkarten, virtuelle Karten, Nutzerverwaltung und Lexware-Office-Anbindung |
| Holding GmbH | Fyrst | Günstig, für wenige Buchungen ausreichend und für das Parken von Liquidität für mich stimmiger |
| Alternative Holding | ING | Adaptives Tarifmodell kann bei wenigen oder schwankenden Transaktionen passen |
| Zum Beobachten | Vivid Business | Interessant durch Depot, Anlageoptionen und aggressive Aktionen |
| Meine persönliche Absage | Finom | Die Gebühren für hohe Überweisungsvolumen gefallen mir nicht |
Für die operative GmbH bleibe ich klar bei Qonto. Die monatlichen Kosten sind höher, aber die Zeitersparnis, die Übersicht und die Kartenfunktionen rechtfertigen das für mich. Für die Holding reicht Fyrst technisch vollkommen aus. Dort ist mir wichtiger, dass Kosten niedrig bleiben und Liquidität sinnvoll geparkt werden kann.
Die wichtigste Lektion ist: Nicht auf den Lockpreis schauen. Gerade bei Firmenkonten können Fremdwährungsgebühren, Überweisungslimits, Kartenkosten, fehlende Schnittstellen und eine spätere IBAN-Änderung deutlich teurer oder nerviger werden als 10 Euro Unterschied bei der Monatsgebühr.
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