Zum Inhalt springen
Newsletter

17. Oktober 2026

KI-Videos erstellen: 8 Modelle von Veo 3.1 bis Seedance 2.0 im Vergleich

Morten Ohle vergleicht acht KI-Video-Modelle, darunter Veo 3.1, Kling 3.0 und Seedance 2.0
Das Video zum Beitrag. Es lädt erst beim Klick von YouTube.

Dass man mit KI Videos erstellen kann, ist kein Geheimnis mehr. Fast jede Woche erscheint ein neues Modell, und die Modelle unterscheiden sich deutlich in Preis und Qualität. Deshalb habe ich acht Modelle mit denselben zwei Aufgaben getestet: vom günstigsten für 4 Cent pro Sekunde bis zum Top-Modell, das regulär 60 Cent pro Sekunde kostet.

Alle Preise stammen aus meinem Test im Mai 2026 bei WaveSpeed. Gerade bei KI-Modellen ändern sich Preise und Versionen schnell, schau also vor dem Generieren noch einmal nach.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Modell Auflösung Test 1 Test 2 Mein Eindruck
Pika 2.2 720p 0,40 $ / 10 s 0,20 $ / 5 s Nur für Spaßclips
Grok Imagine 720p 0,50 $ / 10 s 0,30 $ / 6 s Nur für Spaßclips
Kling 3.0 Pro 1080p 1,12 $ / 10 s 0,84 $ / 5 s Mein Preis-Leistungs-Tipp
Wan 2.7 1080p 1,50 $ / 10 s 0,75 $ / 5 s Deutlich schwächer
HappyHorse 1080p 2,80 $ / 10 s 1,40 $ / 5 s Schwach und relativ teuer
Veo 3.1 4K 3,20 $ / 8 s 2,40 $ / 6 s Solide, etwas weich
Kling 3.0 4K 4,20 $ / 10 s 2,10 $ / 5 s Gute Fahrszene, zu viel Wackeln
Seedance 2.0 1080p 5,40 $ / 10 s 2,70 $ / 5 s Das natürlichste Gesamtpaket

Rechnet man das auf eine Sekunde Video um, liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell mehr als Faktor 13:

Preis pro Sekunde Video Aus den Preisen von Test 2 bei WaveSpeed, Mai 2026. Seedance 2.0 mit 10 % Rabatt, regulär 60 ct.
  1. Pika 2.2 4 ct
  2. Grok Imagine 5 ct
  3. Wan 2.7 15 ct
  4. Kling 3.0 Pro 16,8 ct
  5. HappyHorse 28 ct
  6. Veo 3.1 (4K) 40 ct
  7. Kling 3.0 (4K) 42 ct
  8. Seedance 2.0 54 ct

So habe ich getestet

Alle Tests laufen im Image-to-Video-Modus. Das hat zwei Gründe: Die Ergebnisse sind so viel besser vergleichbar als bei einem reinen Text-to-Video-Prompt. Und nach meiner Erfahrung ist das ohnehin der Modus, den die meisten nutzen, wenn etwas Bestimmtes zu sehen sein soll, das vielleicht auch zur eigenen Marke passt. Selbst wer gar keine echten Fotos verwendet, erzeugt oft erst die Szene oder sogar Start- und Endframes mit einem Bildmodell wie Nano Banana oder GPT Image 2 und lässt daraus dann das Video generieren.

Als Ausgangsmaterial habe ich zwei Bilder von Unsplash genommen, wo du Bilder frei für private und kommerzielle Zwecke verwenden darfst. Danke an die beiden Fotografen. Das erste Bild habe ich mit KI so bearbeitet, dass der Geländewagen vor dem Fluss steht. So kann die KI zeigen, wie er ins Wasser eintaucht.

Blauer Ineos Grenadier steht am Ufer eines flachen, steinigen Flusses im Wald
Testbild 1 von Unsplash, mit KI so bearbeitet, dass der Wagen vor dem Fluss steht.

Das zweite Bild habe ich nur auf 16:9 zugeschnitten, mit 3840 × 2160 Pixeln, also der klassischen 4K-Videoauflösung.

Frau mit langen blonden Haaren am Steuer eines Mercedes-AMG in der Stadt, Tacho im Hintergrund
Testbild 2: Umgebung, Tacho und Lenkbewegung müssen zusammenpassen.

Jedes Modell lief in der höchsten Auflösung, die es anbietet.

Test 1: Geländewagen durchs Flussbett

Im ersten Test fährt ein Ineos Grenadier durch ein Flussbett. Mich hat interessiert, wie realistisch Fahrphysik und Wassereffekte sind und wie genau sich die Modelle an den Prompt halten, dass das Auto wirklich durchfährt. Angefordert habe ich jeweils 10 Sekunden, außer bei Veo 3.1, wo das Limit bei 8 Sekunden liegt.

Englischer Prompt für Test 1: statische Kamera auf Höhe des Flussbetts, der Ineos Grenadier fährt von rechts nach links durch den Fluss
Derselbe Prompt für alle acht Modelle, mit fest stehender Kamera.

Test 2: Fahrt im Mercedes-AMG durch die Stadt

Der zweite Test ist aus meiner Sicht anspruchsvoller. Eine Frau fährt einen Mercedes-AMG durch die Stadt. Die Umgebung muss sich realistisch mitbewegen, der Tacho zeigt eine Geschwindigkeit und sollte sich idealerweise mitbewegen, und Lenkbewegung und Tempo müssen zur vorbeiziehenden Umgebung passen. Hier habe ich je nach Modell 5 oder 6 Sekunden angefordert, inklusive Sprache und Motorsound.

Veo 3.1 war wieder ein Ausreißer: Das Modell hat dieses Bild mit keiner Prompt-Variante akzeptiert. Erst als ich den Bildausschnitt minimal angepasst hatte, hat Veo ein Video erstellt.

Welches KI-Video-Modell ist das beste?

Ganz einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Zwischen den günstigsten und den teuersten Modellen liegt ein riesiger Abstand. Im mittleren Bereich sind aber manche Modelle in einer Aufgabe besser und andere in der nächsten.

Woran auch teure Modelle noch scheitern: Texte und Markenlogos sauber darzustellen, wie das AMG-Logo und den Tacho. Auch Veo hat damit Schwierigkeiten, und selbst das teuerste Modell, Seedance, halluziniert schnell weitere Grafiken auf den Tacho.

Nahaufnahme von Lenkrad und Tacho aus einem KI-Video mit verfälschten Anzeigen
Schrift, Logos und Tacho sind für fast alle Modelle noch eine Schwachstelle.

Seedance 2.0: das natürlichste Gesamtpaket

Beim Ton war Seedance das einzige Modell, bei dem Sprache, Motorsound und Abfolge natürlich gewirkt haben. Für Autokenner: Nach einem V8 klang es immer noch nicht, eher nach einem Sechszylinder. Aber die Fehlzündung, die ich im Prompt beschrieben hatte, war da, und es klang einigermaßen echt.

Im ersten Video hat Seedance außerdem von sich aus mehrere Szenen eingebaut, obwohl ich das gar nicht wollte. Auch bei Physik, natürlicher Bewegung und der Darstellung von Menschen ist Seedance sehr stark. Es geht nur bis 1080p, da sind Veo und Kling sogar etwas besser. Unterm Strich hat Seedance für mich das natürlichste Gesamtpaket, allerdings zum höchsten Preis.

Ergebnis von Seedance 2.0: Nahaufnahme der Seitenwand mit Ineos-Schriftzug, Wasser spritzt hoch
Seedance 2.0 hat ungefragt einen zweiten Kamerawinkel eingeschnitten.
Ergebnis von Seedance 2.0 in 1080p: Fahrerin im Mercedes, 2,70 Dollar pro 5 Sekunden
Seedance 2.0: das natürlichste Gesamtpaket, aber auch das teuerste.

Kling 3.0 Pro: mein Tipp für das Budget

Bei der Fahrszene haben beide Kling-Modelle, also Kling 3.0 in 4K und Kling 3.0 Pro in 1080p, einen relativ guten Job gemacht. Mir wackelt das Bild allerdings zu sehr dafür, dass wir nur durch die Stadt fahren. Schwach war Kling beim Ton: Der Motorsound klang völlig falsch.

Als budgetfreundliche Alternative sehe ich trotzdem Kling 3.0 Pro. Du bekommst ein 1080p-Video mit fünf Sekunden inklusive Sound für 84 US-Cent. Ohne Sound wird es sogar noch günstiger, wenn du nur Videomaterial brauchst. Das ist weniger als ein Drittel dessen, was Seedance kostet.

Ergebnis von Kling 3.0 Pro in 1080p: Fahrerin im Mercedes, 0,84 Dollar pro 5 Sekunden
Kling 3.0 Pro: 0,84 $ für 5 Sekunden in 1080p, mit Sound.

Veo 3.1: solide, aber zu weich

Veo ist ein respektables Modell und kann 4K. Schaltest du den Sound ab, ist es auch kein besonders teures Modell. Ich finde aber, Veo tendiert wie Nano Banana dazu, alles etwas weich zu zeichnen und bei den Farben zu übertreiben. Das Color-Grading von Kling gefällt mir deutlich besser.

Kling 3.0 in 4K und Veo 3.1 in 4K nebeneinander, beide zeigen die Fahrerin im Mercedes
Links Kling, rechts Veo: Veo wirkt weicher und kräftiger in den Farben.

Wan 2.7 und HappyHorse

Wan 2.7 und vor allem das HappyHorse-Modell von Alibaba fand ich deutlich schlechter, und das, obwohl sie nicht unbedingt günstiger sind. HappyHorse ist mit 28 Cent pro Sekunde sogar relativ teuer.

Pika 2.2 und Grok Imagine

Die allergünstigsten Modelle sind teils noch einmal um die Hälfte günstiger als Kling 3.0. Mit dem, was dabei herauskommt, kann ich persönlich aber nicht viel anfangen. Ich würde es nicht einmal als Hintergrundmaterial oder B-Roll für ein anderes Video nutzen. Für einen kleinen Spaßclip ist es vielleicht interessant.

Ergebnis von Pika 2.2 in 720p: Geländewagen im Fluss, Beschriftung 0,4 Dollar pro 10 Sekunden
Pika 2.2: das günstigste Modell im Test, 0,40 $ für 10 Sekunden.

Beim Ton haben die meisten Modelle am Motorsound völlig versagt, die Sprachausgabe aber immerhin hinbekommen. Manche konnten nicht einmal sauberes Englisch ausgeben oder haben einfach etwas dazugedichtet.

Ergebnis von Grok Imagine in 720p: lachende Fahrerin im Mercedes, 0,3 Dollar pro 6 Sekunden
Grok Imagine kostet 0,30 $ für 6 Sekunden.

Wofür sich KI-Videos heute lohnen

Im kommerziellen Kontext würde ich lieber statt 30 Cent direkt 50 bis 70 Cent ausgeben und dafür ein Video bekommen, das ich wirklich nutzen kann. Sinnvolle Einsatzzwecke sind für mich heute:

  • Erklär-Animationen
  • B-Roll, die über das eigene Video gelegt wird
  • Hintergrundvideos, auf denen du weitere Elemente platzierst

Die ganz teuren Modelle sind top, werden aber schnell teuer, wenn du längere Clips brauchst. 60 Sekunden mit Seedance 2.0 kosten 36 US-Dollar, also 60 Cent pro Sekunde.

Wie ich die Videos erstelle: WaveSpeed statt Abo

Alle Videos habe ich mit WaveSpeed erstellt, daher kommen auch die Preise. Dort bezahlst du direkt die API-Kosten: Du lädst Guthaben auf wie bei einem Prepaid-System und bist an kein Monatsabo gebunden. Nicht genutztes Guthaben verfällt nicht, anders als bei vielen anderen Plattformen. Manchmal gibt es zusätzlich Rabatte, wie zum Zeitpunkt meines Tests bei Seedance 2.0.

WaveSpeed-Playground für Seedance 2.0 Image-to-Video mit Prompt-Feld, Bild-Upload und Generieren-Button
Bei WaveSpeed zahlst du pro Generierung, hier mit 10 % Rabatt auf Seedance 2.0.

Ich nutze dafür den Playground. Du kannst die Modelle aber auch per API in deine eigene App oder deine Workflows einbinden.

Warum ich kein Abo nutze

Ich bin Fan davon, nur für das zu bezahlen, was ich nutze. Plattformen wie Higgsfield, das hier auf YouTube sehr bekannt ist, OpenArt oder Magnific, das früher Freepik hieß, arbeiten mit Abos und Credits. Du bekommst für einen festen Betrag ein Kontingent und kannst daraus so und so viele Videos erzeugen. Sobald du die Credits nicht aufbrauchst, bist du in der Regel teurer unterwegs. Günstiger wird es nur, wenn du das Paket komplett ausreizt, und das musst du erst einmal schaffen.

Preisseite eines Abo-Anbieters für KI-Videos mit den Tarifen Starter, Plus, Ultra und Business
Abo-Modelle rechnen in Credits, die sich zwischen Anbietern kaum vergleichen lassen.

Dazu kommt: Credits lassen sich zwischen den Plattformen nicht eins zu eins vergleichen. Ob du 3.000, 24.000 oder 300.000 Credits bekommst, sagt wenig darüber, wie viel Video du dafür tatsächlich erhältst. Credits verschleiern die realen Kosten.

Fazit

Wenn Qualität vor Preis geht, ist Seedance 2.0 für mich das beste KI-Video-Modell: die natürlichste Bewegung, die beste Darstellung von Menschen und als einziges Modell ein halbwegs glaubwürdiger Motorsound. Für die meisten Projekte reicht aber Kling 3.0 Pro: 1080p mit Sound für weniger als ein Drittel des Preises. Veo 3.1 ist eine solide Wahl, wenn du 4K brauchst und auf Sound verzichten kannst. Von den ganz günstigen Modellen würde ich im geschäftlichen Einsatz die Finger lassen.

Welches Modell ist dein Favorit, und nutzt du KI-Videos schon im echten geschäftlichen Einsatz? Schreib es mir gern in die Kommentare unter dem Video.

Häufige Fragen

Welches KI-Video-Modell ist das beste?

In meinem Test hatte Seedance 2.0 das natürlichste Gesamtpaket aus Bewegung, Physik, Darstellung von Menschen und Ton. Es ist aber auch das teuerste Modell im Test und geht nur bis 1080p.

Was kostet ein KI-Video pro Sekunde?

Im Mai 2026 lagen die Preise bei WaveSpeed zwischen 4 Cent pro Sekunde (Pika 2.2 in 720p) und 54 Cent pro Sekunde (Seedance 2.0 mit 10 % Rabatt, regulär 60 Cent). Eine Minute mit Seedance 2.0 kostet damit regulär 36 US-Dollar.

Welches KI-Video-Modell hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Für mich Kling 3.0 Pro: fünf Sekunden in 1080p inklusive Sound für 84 US-Cent. Ohne Sound ist es noch günstiger.

Warum Image-to-Video statt Text-to-Video?

Mit einem Ausgangsbild bestimmst du, was im Video zu sehen ist, etwa passend zu deiner Marke. Außerdem lassen sich die Modelle so viel besser vergleichen. Viele erzeugen das Ausgangsbild vorher mit einem Bildmodell wie Nano Banana oder GPT Image 2.

Können KI-Video-Modelle Text und Logos darstellen?

Nur eingeschränkt. Schriftzüge, Markenlogos und Anzeigen wie ein Tacho sind auch für teure Modelle wie Veo 3.1 und Seedance 2.0 noch eine Schwachstelle.