17. Oktober 2026
KI-Clips aus langen Videos: Opus Clip, Submagic, Veed und Captions im Test
KI-Clip-Tools schneiden aus langen Inhalten automatisch kurze Highlight-Clips heraus, basierend auf dem, was gesagt wird. Die Clips teilst du auf TikTok, Instagram oder als YouTube Shorts, wo sie in der Regel viel mehr Reichweite bekommen als ein langes Video oder ein ganzer Podcast, und leitest die Leute von dort zum langen Inhalt.
Ich habe vier der bekanntesten Tools mit derselben Podcastfolge getestet: Opus Clip, Submagic, Veed und Captions. Überzeugt haben mich nur zwei. Preise und Oberflächen stammen aus meinem Test im Mai 2026.
Warum ich die Tools getestet habe
Für unser Hauptprojekt Mivodo habe ich einen Auto-News-Podcast gestartet. Die Idee: Ich nutze den Podcast als Massenproduktion für Clips und teile sie auf unseren Short-Kanälen. Wichtig für die Einordnung: Ich mache den Podcast allein, es ist also kein typischer Interview-Podcast. Am Ende habe ich mich anders entschieden, warum, steht weiter unten.
Aufgenommen habe ich den Podcast zusätzlich im Hochformat, also 9:16 mit dem iPhone. Spannend war deshalb auch, ob die Tools damit umgehen können oder 16:9 erwarten. Vorweg: Das konnten alle vier.
Die vier Tools auf einen Blick
Verglichen habe ich jeweils die monatlichen Preise.
| Tool | Einstieg | Mehr Funktionen | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Captions | 9,99 $ / Monat | 24,99 $ / Monat | Günstigstes Tool im Test |
| Opus Clip | 15 $ / Monat | 29 $ / Monat | Kostenlos nutzbar, mit Wasserzeichen |
| Submagic | 19 € + 19 € Magic Clips | 39 € + 19 € Magic Clips | KI-Clips nur als Add-on |
| Veed | 22 € / Monat | 47 € / Monat | Breite Suite, Clips sind nur ein Teil |
Opus Clip kostet im Starter-Plan 15 US-Dollar, im Pro-Plan mit ein paar mehr Funktionen 29 US-Dollar.

Submagic kann mehr als Clips, zum Beispiel KI-gestützten Videoschnitt. Für die Clips musst du allerdings das Add-on Magic Clips für 19 € im Monat dazubuchen. Damit ist Submagic schon im Basistarif deutlich teurer als Opus Clip.
Veed hat ein sehr breit gefächertes Produkt, mit dem du zum Beispiel auch KI-Avatare erstellst. KI-Clips sind dort nur ein Teil. Wer etwas mehr Funktionen will, ist auch hier schnell bei rund 50 € im Monat.
Captions kennst du vielleicht als Smartphone-App: Du lädst ein Kurzvideo hoch und bekommst sauber transkribierte, schön animierte Untertitel. Schon für 9,99 US-Dollar gibt es einen Plan, mit dem du nicht nur Untertitel, sondern auch KI-Clips erstellst.
Die Tools im Test
Entscheidend war für mich: Findet das Tool einen spannenden Einstieg? Ein Clip, der mit einer Einleitung beginnt, geht nicht viral. Er muss mit einer starken Aussage starten.
Captions: erkennt Themen, findet keine Hooks
Captions hat per KI zehn Shorts mit je 60 Sekunden aus meiner zweiten Folge geholt. Eine Übersicht mit Score oder Bewertung gibt es nicht, und das Transkript ist nicht perfekt.

Vor allem steigt Captions irgendwo ins Thema ein. Es erkennt die Themen, schafft es aber nicht, einen spannenden Punkt als Anfang zu nehmen. Stattdessen beginnen die Clips mit Sätzen wie „Starten wir mit den Auto-News“. Das ist aus meiner Sicht überhaupt nicht stark, wenn du den Clip als Short exportieren willst. Nachbearbeiten kannst du im Editor, aber genau diesen Aufwand soll mir das Tool ja abnehmen.
Veed: umständlich und ohne Bewertung
Veed hat mir die meisten Probleme gemacht. Schon der Upload hat gehakt, und der ganze Prozess war hier am nervigsten. Ich hatte zeitweise sogar einen Bezahlplan getestet, finde die Oberfläche aber nicht gut.
Die Clips landen als Entwürfe direkt im Editor. Dort bearbeitest du die Länge und kannst mit Abo Zusatzfunktionen nutzen, etwa einen künstlich gehaltenen Augenkontakt. Das ist gar nicht so uninteressant.

Auch Veed macht aber keinerlei Bewertung, was viral gehen könnte und was nicht. Und wie bei Captions startet der Clip sehr zufällig mit einem Einleitungssatz statt mit einer knallharten Aussage.
Submagic: die besten Hooks und Untertitel
Submagic habe ich im Trial getestet. Über Magic Clips habe ich 37 Clips aus der zweiten Folge bekommen, mit die meisten im Test. Oben siehst du, aus welcher Stelle der Folge ein Clip stammt, und jeder Clip bekommt einen Viralitätsscore. So bekommst du vom Tool eine Einschätzung, was du posten könntest.

Vor allem steigt Submagic deutlich besser ein. Ein Clip beginnt nicht mit „ich stelle ein chinesisches SUV vor“, sondern damit, dass es dieses Auto für nur 13.000 Dollar gibt. Ein anderer startet direkt mit der Frage, wozu ich eine TikTok-App in meinem 120.000-Euro-Mercedes brauche, statt erst zu erzählen, dass der neue Mercedes vorgestellt wurde. Genau das sind die Hooks, die viral gehen können.
Mir gefallen außerdem die Untertitel mit Emojis, das funktioniert häufig sehr gut. Bearbeiten kannst du die Clips textbasiert: Du passt einzelne Wörter und Passagen im Transkript an.

Was mir noch fehlt: dass man besser mit B-Roll arbeiten könnte. Und exportieren kannst du nur mit Abo, in verschiedenen Qualitätsstufen. Eine komplett kostenlose Version, etwa mit Wasserzeichen, gibt es nicht.
Vorteile
- Viralitätsscore für jeden Clip
- Startet Clips mit einer starken Aussage
- Gute Untertitel mit Emojis
- Textbasiertes Bearbeiten
Nachteile
- Magic Clips kosten 19 € im Monat extra
- Export nur mit Abo, keine kostenlose Version
- B-Roll ausbaufähig
Opus Clip: der Marktführer, sogar kostenlos brauchbar
Opus Clip habe ich im kostenlosen Tarif getestet. Hochgeladen habe ich eine komprimierte Version der Folge. Meine Erfahrung: Lädst du ein 10 GB großes Ultra-HD-Video hoch, kommen die Tools damit oft nicht klar und brechen ab. Besser ist es, das Video vorher auf 1080p herunterzurechnen.
Vor dem Start triffst du ein paar Einstellungen. Du kannst zum Beispiel die erste und letzte Minute wegschneiden, weil das ohnehin nur Intro und Outro ist. Das kostet dann weniger Credits. Außerdem wählst du ein Modell und ein Genre, damit das Tool bessere Clips auswählt, und eine Vorlage für die Untertitel. Die von Submagic gefallen mir allerdings etwas besser.

Im kostenlosen Tarif hast du nicht alle Funktionen und bekommst ein Wasserzeichen. Trotzdem sieht man schnell, wie gut die Clips sind. Opus Clip schneidet automatisch einen Titel mit Hook ins Video, das sparst du dir beim Nachbearbeiten.

Auch Opus Clip steigt besser ins Thema ein. Statt „ich fange jetzt an, über das Update des Mercedes GLE zu sprechen“ beginnt der Clip direkt damit, dass die Vierzylinder rausfliegen. Und auch hier taucht die TikTok-App im Mercedes als Einstieg auf.

Wenn du gar kein Geld ausgeben willst, kannst du die Clips in der kostenlosen Version schon herunterladen, in 720p mit Opus-Clip-Wasserzeichen. Die Bearbeitungsfunktion gibt es nur im Pro-Plan, die konnte ich deshalb nicht testen.
Vorteile
- Startet Clips mit einer starken Aussage
- Hook-Titel automatisch im Video
- Einstellungen für Genre, Modell und Zeitraum
- Kostenloser Download in 720p möglich
Nachteile
- Kostenlos nur mit Wasserzeichen
- Bearbeitungsfunktion nur im Pro-Plan
Fazit: Opus Clip und Submagic
Unterm Strich sind Opus Clip und Submagic meine beiden Favoriten aus den vier getesteten Tools. Beide finden die Hooks, die ein Clip braucht. Captions und Veed erkennen zwar die Themen, starten die Clips aber mit Einleitungssätzen, und das kostet dich jedes Mal Nacharbeit.
Es gibt sicher noch zehn andere Tools, die Opus Clip inzwischen nachgeahmt oder die Funktion in ihre Suite integriert haben. Ich habe mich auf die konzentriert, die einen guten Eindruck gemacht haben oder die ich in Empfehlungen auf Reddit und Co. gelesen habe.
Beide Favoriten bieten noch viel mehr. Bei Submagic kannst du zum Beispiel KI-Avatare erstellen, bei Opus Clip bekommst du aus einem Prompt heraus ein komplett fertiges Video zu einem Thema. Das habe ich ausprobiert, das Ergebnis war eher mittel. Da wird aber sicher noch einiges passieren.
Warum ich trotzdem keine KI-Clips für meinen Podcast nutze
Bleibt die Frage, warum ich keine KI-Clips aus meinem Podcast mache, obwohl ich ihn genau dafür gestartet habe. Der Grund liegt im Format. Mein Podcast ist ein reiner News-Podcast: Ich erzähle, was in der letzten Woche in der Autowelt passiert ist. Es gibt keine provokativen Fragen und Antworten und nichts, was man aus dem Kontext reißen kann, wie bei einem Interview mit bekannten Gästen. Die Themen sind für den Podcast deutlich länger aufbereitet als für ein News-Reel.
Für mich ergibt es deshalb mehr Sinn, mich eine Stunde hinzusetzen und die Themen gezielt für ein Kurzvideo mit Hook aufzubereiten, also direkt News-Reels zu produzieren. Der Umweg über einen Podcast mit sehr wenigen Hörern lohnt sich nicht.
Für Interview-Podcasts oder lange Videos mit vielen pointierten Aussagen sind Opus Clip und Submagic aber eine echte Zeitersparnis. Welches Tool nutzt du, oder kennst du ein besseres? Schreib es mir gern in die Kommentare unter dem Video.
Häufige Fragen
Welches KI-Clip-Tool ist das beste?
In meinem Test haben Opus Clip und Submagic überzeugt. Beide starten die Clips mit einer starken Aussage. Submagic bewertet jeden Clip zusätzlich mit einem Viralitätsscore, Opus Clip schneidet automatisch einen Hook-Titel ins Video.
Gibt es ein kostenloses KI-Clip-Tool?
Opus Clip kannst du kostenlos nutzen und die Clips in 720p mit Wasserzeichen herunterladen. Bei Submagic gibt es nur ein Trial, exportieren kannst du dort nur mit Abo.
Was kosten KI-Clip-Tools?
Im Mai 2026 kostete Captions ab 9,99 $, Opus Clip ab 15 $, Veed ab 22 € und Submagic ab 19 € plus 19 € für das Add-on Magic Clips, jeweils im Monat.
Können die Tools mit Hochformat-Videos umgehen?
Ja. Alle vier Tools haben meine im Hochformat 9:16 aufgenommene Podcastfolge verarbeitet.
Welche Datei sollte ich hochladen?
Lade lieber eine komprimierte Version in 1080p hoch. Bei sehr großen Ultra-HD-Dateien brechen die Tools nach meiner Erfahrung häufig ab.